Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bereits fest verwurzelt in M-V: American Football

Team der „Rostock Griffins“ mit starker Saison 2015


Die Mannschaftssportarten und Rostock. Das hat eine große Tradition. Ob im Fußballsport der Rostocker FC oder der FC Hansa Rostock, im Handball der HC Empor oder die Rostock Dolphins, im Eishockey die Piranhas, im Inline-Hockey die Rostocker Nasenbären, im Wasserball die HSG Warnemünde, im Baseball die Bucaneros oder die Grizzlys, im Rugby die Dierkower Elche oder im Basketball die Seawolves – „überall“ sind die Hansestädter dabei.

American Football hat in Rostock natürlich ebenfalls eine gute Heimat, speziell bei den Rostock Griffins, die zurzeit in der 3.Liga glänzen.

American Football ist eben längst nicht mehr nur in Nordamerika populär. Der „Super Bowl“ ist zwar noch immer das Mega-Event in dieser Sportart, aber inzwischen gibt es auch die Weltmeisterschaften der „International Federation of American Football“., denn 54 Länder haben mittlerweile eine American Football-Nationalmannschaft. Erstmals wurden diese 1999 in Italien ausgetragen und Japan schaffte den ersten WM Titel, den diese 2003 in Deutschland verteidigten.

2007, 2011 und zuletzt 2015 erkämpften jeweils die USA Gold. Vom 8.Juli bis 19.Juli fanden diese gerade in den USA statt und der Gastgeber setzte sich souverän vor Japan, Mexiko und Frankreich durch. Die besten WM-Platzierungen aus deutscher Sicht sind übrigens die dritten Ränge 2003 und 2007.

Wie läuft es dabei in und über Rostock in puncto American Football?!

Nachgefragt bei Jens Putzier von den Rostock Griffins

„Wollen drittbestes American Football-Team des Ostens werden…“

J.Putzier über die bisherige Saison der Rostock Griffins, die Nachwuchsarbeit, weitere Ziele und Perspektiven sowie die Bedeutung der WM

Frage: Herr Putzier, die Rostock Griffins können mit dem Verlauf der Saison bislang zufrieden sein. Was waren für Sie die bisherigen Highlights?

Jens Putzier: Wir sind alles in allem sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison. Als Ziel hatten wir eine „winning season“ ausgegeben – also mehr Siege als Niederlagen – nun sind wir in der Saison bisher ungeschlagen. Im Übrigen mit allen Teams der Griffins… Auch unsere Jugendteams sind bisher unbezwungen.

Highlights waren sicherlich die erstmaligen Siege in der Griffins-Geschichte in Neubrandenburg und in Cottbus. Man muss hervorheben, dass wir in der Breite besser geworden sind, also nicht nur von hervorragenden Einzelspielern profitieren, sondern insgesamt als Team besser geworden sind und eine Winner-Mentalität entwickelt haben. So gewinnen wir jetzt Spiele mit unglaublichem Willen und Einsatz, die wir früher sicher verloren hätten.

Frage: Wie stellt sich ansonsten die sportliche und allgemeine Lage bei den Rostock Griffins dar? Gerade wurde ja auch die Nachwuchsarbeit sehr gelobt…

Jens Putzier: Ja, die Jugendarbeit allgemein kommt ebenfalls immer besser in Gang. Allerdings fehlen uns hier noch einige Organisationsstrukturen, die im Herrenbereich bereits da sind. Wir haben aber hier gute Schritte gemacht. Die Arbeit an den Schulen, unter anderem Schulprojekte, Flag Bowl usw., zahlen sich langsam aus. Auch ein koordiniertes Krafttraining im Jugendbereich macht sich bemerkbar und wir sind anderen Teams allein schon durch die Athletik überlegen. Erstmal konnten wir auch ein Ferienprojekt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule initiieren, das sehr erfolgreich war.

Frage: Welche Ambitionen hat das Team in diesem Jahr bzw. mit Perspektive auf die kommenden Jahre? Wohin soll „die sportliche Reise“ gehen?

Jens Putzier: Erst einmal wollen wir jetzt „den Sack zumachen“, Regio Ost Meister und damit – gesamt gesehen – das drittbeste Footballteam (1.Liga Dresden, 2.Liga Potsdam) des Ostens werden. Dazu müssen wir noch ein Spiel gewinnen.

Das soll am besten schon im nächsten Heimspiel gegen starke Cottbuser am 22.August passieren. Dann wären wir an der Relegation zum Aufstieg in die GFL 2 berechtigt und wollen uns dort natürlich auch so teuer wie möglich verkaufen und sportlich den Aufstieg schaffen.

Dazu kommt dann noch die Arbeit im Hintergrund, denn so ein Aufstieg muss ja auch finanziell abgesichert werden. Wir sprechen hier von einer notwendigen Etaterhöhung um etwa 20 Prozent. Ab er auch hier kommen von unseren Sponsoren gute Signale. Normalerweise hatten wir den Angriff auf die 2.Liga erst im Jahr 2016 vor, nun sind wir etwas früher dran und müssen das für das Team bewerkstelligen – sie haben es sich ja sportlich verdient.

In den kommenden Jahren wollen wir natürlich ein tolles Footballprogramm bieten und umsetzen, so dass wir auf Dauer ein Bundesligist sein können. Dazu gehört natürlich auch eine noch weiter verbesserte Jugendarbeit, denn nur mit regionalen Talenten ist dies umzusetzen. Wir sind ja sehr stolz auf 97 Prozent unserer Spieler aus der unmittelbaren Region Rostock…

Frage: Im Juli fand die WM im American Football in den USA statt. Welche Bedeutung hat diese WM im Vergleich auch mit dem „Super Bowl“?

Jens Putzier: Ja, leider keine sehr große. Viele der europäischen Spitzenteams wie Österreich oder auch Deutschland konnten aufgrund einer kurzfristigen Verlegung und Kostenexplosion nicht einmal daran teilnehmen.

Und da Football nicht olympisch ist, gibt es auch keine Förderungen. Erklären Sie mal einem unserer Spieler, er möge bitte für die Teilnahme an der WM 3000 Euro aus eigener Tasche bezahlen!

Football ist und bleibt halt derzeit noch ein Amateursport bei uns… Übertragen wurde frei empfangbar auch nichts. Auch vor Ort war das Zuschauerinteresse eher dürftig und der Veranstaltung an sich nicht angemessen, so finde ich. Da ist der „Super Bowl“ eine ganz andere Nummer.

Es gibt aber auch positive Dinge. So will die NFL ja aktuell drei Spiele in London und vielleicht ja in der Zukunft auch mehr in Europa durchführen und wir in Deutschland haben ein gutes Fan-Potenzial. Also wer weiß… Allerdings müssen sich auch hier einige Strukturen ändern, den Ärger im Weltverband erwähne ich hier nur am Rande. Wir alle, die dem Football verbunden sind, müssen halt hart weiter für unseren Sport in Deutschland arbeiten.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge mit den „Rostock Griffins“!

Marko Michels


Ähnliche Beiträge