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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Baseballsportliche Aufbauarbeit in M-V

Auch in Schwerin wird mittlerweile Baseball gespielt …

Baseball und Mecklenburg-Vorpommern. Das geht?! Und ob … Dank Steffen Baxalary und seinen Mitstreitern zwischen Schwerin und Rügen. Mit den Rostock Bucaneros, Rostock Grizzlys, Rügen Predators und Schwerin Diamonds gibt es mittlerweile vier Vereine im Land und sogar eine eigene Liga, die Mecklenburg-Vorpommern Baseball-Liga (MVBL).

Nachgefragt bei Steffen Baxalary von den Rostock Bucaneros

Steffen über die Baseball-Situation in M-V, die Rostock Bucaneros, kommende internationale Wettkämpfe und Frauen beim Baseball

„Man kann etwas aufbauen …“

Frage: Herr Baxalary, Mecklenburg-Vorpommern und Baseball. Das hört sich eher nach einem sportlichen NO GO an. Angeblich isst der mecklenburgische Bauer nicht gern, was er nicht kennt … Ist das beim Sport etwa anders?

Steffen Baxalary: In der Tat haben die Mecklenburger viele Jahre auf diese „Kost“ verzichtet, zu lange. In den westlichen Bundesländern wurde bereits viele Jahrzehnte Baseball gespielt, da vor allem alliierte Streitkräfte den Sport nach dem Krieg nach Deutschland gebracht haben.

Erst nach der Wende gab es auch in den neuen Bundesländern erste Baseball-Vereine, mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern. Das hat sich erst vor zwei Jahren mit der Gründung der Rostock Bucaneros geändert.

Frage: Vier Vereine gibt es inzwischen hierzulande. Wie schätzen Sie deren Leistungsniveau ein?

Steffen Baxalary: Das Niveau ist noch sehr unterschiedlich. Während die Rostocker Mannschaften bereits seit 2009 bestehen, sind die Rüganer und Schweriner komplett neu.
Die meiste Erfahrung haben die Bucaneros, die ja 2010 an der Landesliga Schleswig-Holstein/Hamburg teilgenommen haben und im Laufe der Saison auch immer besser wurden. Da es viele neue Spieler in unserem Team gibt, werden die Bucaneros 2011 mit zwei Mannschaften an den Start gehen.

Die „Erfahreneren“ spielen weiter in den benachbarten Bundesländern, die „Neulinge“ werden gegen die anderen Teams des Landes in der MVBL antreten. In dieser Liga sollen alle Spieler, Rostocker, Schweriner, Rüganer, vor allem Baseball-Erfahrungen sammeln. Es soll aber nicht bei diesen vier Vereinen bleiben. Vor allem in den größeren Städten wie Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg, Wismar und Güstrow hoffen wir auf weitere Gründungen, die wir auch mit Probetrainingseinheiten vor Ort unterstützen würden.

Frage: Was weckte eigentlich Ihr Interesse am Baseball in einem Bundesland, das für große Erfolgstraditionen im Segeln, Boxen, Handball, Fußball, Kanusport, Rudern, in der Leichtathletik, in der Schwerathletik oder im Volleyball steht?

Steffen Baxalary: In der Leichtathletik, im Rudern und im Basketball war ich nicht gut genug. Zugegebenermaßen bin ich auch im Baseball nicht der beste Spieler, aber es macht unheimlich viel Spaß, da es sehr vielseitig ist. Man kann schlagen, laufen, werfen, fangen und muss auch seinen Kopf anstrengen, denn es gibt viele Situationen, wo man taktisch richtig reagieren sollte.

Das Besondere für mich war außerdem: Man betritt in MV absolutes Neuland. Man kann etwas aufbauen, eine Sportart etablieren, die viele zumeist nur aus amerikanischen Filmen kennen. Und ich glaube, das ist uns bislang ganz gut gelungen.

Frage: Baseball war ja von 1992 bis 2008 im olympischen Programm, bleibt zwar offiziell olympische Sportart, ist aber nicht mehr im olympischen Programm 2012 in London. Wie bewerten Sie diese Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees?

Steffen Baxalary: Es ist natürlich sehr schade, denn Baseball gibt es ja schon länger, als es die Olympischen Spiele der Neuzeit gibt. In Nord- und Latein-Amerika sowie in Ostasien ist der Sport sehr beliebt, auch in Europa gibt es immer mehr Interessierte. Doch scheinbar waren die Entscheider des IOC aus anderen Regionen. Man darf auch nie vergessen: Baseball ist und bleibt weltweit gesehen eine Randsportart. Ich hoffe aber, dass es bereits 2016 wieder in das olympische Programm aufgenommen wird.

Frage: Was halten Sie eigentlich vom Damen-Softball … Wie Baseball von  1992 bis 2008 im olympischen Programm. Hat Ihre Freundin keine Lust eine M-V-Softball-Liga zu gründen?

Steffen Baxalary: Die Idee ist gut, aber vermutlich in den kommenden Jahren nicht realisierbar. In allen Mannschaften des Landes sind auch Frauen vertreten, aber insgesamt gibt es einfach zu wenig Interessierte. Da der Unterschied zwischen Base- und Softball nicht so groß ist, spielen sie gerne bei den Herren mit. Das ist sowohl in der Landesliga Schleswig-Holstein/Hamburg als auch in der MVBL möglich. Grundsätzlich sind Frauen in allen Teams willkommen.

Frage: In diesem Jahr findet die Baseball-WM in Panama statt. Wie ist Ihre Prognose?

Steffen Baxalary: Deutschland hat sich ja als EM-Dritter für das Turnier im September/Oktober qualifiziert, ist aber klarer Außenseiter. Bei der letzten WM war für das DBV-Team in der Vorrunde Feierabend. Meine größten Titelfavoriten sind Rekordweltmeister Kuba sowie die USA.

Frage: Zurück zum Baseball in M-V und Rostock … Was erwarten Sie 2011 von den Teams?

Steffen Baxalary: Ich hoffe auf eine tolle Premieren-Saison in der MVBL. Die teilnehmenden Teams sollen Spaß haben und sich vor allem weiterentwickeln, dafür ist die Liga da. Der Sport soll sich im Land etablieren und weitere Interessierte motivieren Baseball zu spielen.

Für die Bucaneros wird es in der Landesliga Schleswig-Holstein/Hamburg diese Saison sehr schwer. Nach der Einführung einer Bezirksliga ist der Klassenerhalt das große Ziel. Die Gegner werden uns nicht mehr unterschätzen. Aber von Niederlagen haben wir uns noch nie unterkriegen lassen, im Gegenteil, es beflügelt uns es beim nächsten Mal besser zu machen.

Dann maximale Erfolge in puncto Baseball!

Die Fragen stellte M. Michels.

Interessierte können sich unter baseball-mv@gmx.de melden.


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