Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus stellt Ergebnisse der Studie zu Auswirkungen von Kühlwasserausbreitung vor

„Mit der Vorstellung der Ergebnisse dieses Gutachtens ist nicht beabsichtigt, der Entscheidung über das OB und das WIE der Erteilung von Genehmigungen durch die Staatlichen Ämter für Umwelt und Natur Stralsund und Ueckermünde in irgendeiner Form vorzugreifen“, machte Minister Dr. Backhaus am Anfang seiner Ausführungen deutlich.

Ein rechtsstaatliches Verfahren bleibe auch weiterhin gewährleistet. „Das IOW als international anerkanntes Institut, das der Leibniz-Gemeinschaft angehört, war die erste Wahl. Dies bestätigt auch die Durchführung der Studie“, sagte Minister Dr. Backhaus. Das IOW gewährleiste Unabhängigkeit und eine dem Stand der Technik entsprechende Studie. Darüber hinaus sei das Institut anerkannt, über wissenschaftliche Zweifel erhaben und mit den zu untersuchenden Parametern bestens vertraut.

Gegenstand der Studie zur Kühlwassernutzung sind die möglichen Folgen der Kühlwasserentnahme aus der Spandowerhagener Wiek sowie der Kühlwassereinleitung in den südlichen Greifswalder Bodden.

Mit dem Gutachten sollen die gewässerphysikalischen Auswirkungen auf der Basis eines räumlich hoch aufgelösten, dreidimensionalen Modells analysiert werden, mögliche ökologische Auswirkungen auf der Basis physikalisch-ökologischer Modelle geklärt, die Ergebnisse mit der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) des Antragstellers, inklusive des Gutachtens von Prof. Buckmann, verglichen sowie zusätzliche ökologische Fragestellungen beantwortet werden.

„Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen weitestgehend die Einschätzungen der im Rahmen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung angefertigten Gutachten. Es ergibt sich ein einheitliches Bild. Die Aussagen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung und auch dieser Studie selbst können insgesamt als verlässlich eingeschätzt werden“, stellte der Minister zusammenfassend fest und ging auf einzelne Erkenntnisse des IOW-Gutachtens ein.

Es gibt keine Auswirkungen auf den zentralen Greifswalder Bodden. Vielmehr beschränken sich die Beeinträchtigungen auf rund 30 Quadratkilometer. Hier werden vor allem benthische Lebensräume (Bodenlebensgemeinschaften) berücksichtigt.

Mit verstärkten Nährstoffeinträgen aus dem Peenestrom in den Greifswalder Bodden ist nur im Winter zu rechnen. Diese Nährstoffe wären für eine Planktonblüte im Frühjahr nicht mehr verfügbar, da sie den Bodden bereits vorher wieder verlassen hätten. Es werden daher keine verstärkten Plankton- sowie Blaualgenblüten erwartet. Eine Nährstoffanreicherung im Greifswalder Bodden wird ebenfalls negiert.

Für das Wasser an den Badestränden des Greifswalder Boddens werden keine Veränderungen prognostiziert. Das gilt auch für die Strände nahe Lubmin. Ein gesondertes Gutachten zur hygienischen Badewasserqualität wird noch erstellt.

Die Beeinträchtigung von Fischen wird sich im Wesentlichen darauf beschränken, dass durch die Kühlwasseraufnahme Plankton sowie Jung- und Kleinfische im unmittelbaren Bereich des Einlaufkanals angesaugt werden können. Die Wanderung diadromer (sich frei zwischen Süß- und Meerwasser bewegen könnender) Arten wird nicht behindert. Laichschongebiete, auch die Hauptlaichgebiete des Herings, werden von der Kühlwasserfahne nicht beeinflusst.

„Von einigen Experten war ein sogenannter thermischer Kurzschluss befürchtet worden, wenn hoch aufgewärmtes Kühlwasser erneut zur Kühlung verwendet würde“, so Minister Dr. Backhaus. Weder werde eine entsprechende Aufheizung des Boddens um 7,55 Kelvin oder mehr über die natürliche Wassertemperatur auch in unmittelbarer Nähe zum Auslaufkanal erwartet, noch könne derartig erwärmtes Wasser die Spandowerhagener Wiek erreichen. „Die befürchtete Konstellation eines thermischen Kurzschlusses wird also laut IOW-Gutachten nicht eintreten können“, betonte der Minister.


Ähnliche Beiträge