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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Auftakt zur Reihe “Wismar Konzerte in St. Georgen“

Am Samstag, dem 9. Oktober 2010 sind um 16.00 Uhr das NDR Sinfonieorchester und der Geiger Frank Peter Zimmermann zu Gast in Wismars St.-Georgen-Kirche.

In Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen ist das NDR Sinfonieorchester bereits seit langem eine fest etablierte Institution des Konzertlebens. Ab dieser Saison wird es erstmals auch in Wismar regelmäßig mit einer neuen Konzertreihe „Wismar Konzerte in St. Georgen“ präsent sein. Als Konzertort konnte mit der St.-Georgen-Kirche ein ganz besonderes architektonisches Juwel gefunden werden. Zum Auftakt der neuen Reihe am Sonnabend, dem 9. Oktober 2010 ist  Geiger Frank Peter Zimmermann beim NDR Sinfonieorchester zu Gast mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert G-Dur. Am Pult feiert einer der führenden Dirigenten seiner Generation, der Franzose Ludovic Morlot, sein Debüt. Außerdem steht auf dem Programm: Lutos?awskis „Trauermusik“ und von Franz Schubert die Overtüre C-Dur op. 26, „Rosamunde“ sowie  die Sinfonie Nr. 7 h-Moll, die „Unvollendete“.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb seine fünf Violinkonzerte allesamt innerhalb weniger Monate – vier davon entstanden im Jahr 1775. Es sind damit die frühesten Werke Mozarts, die heute als Repertoirestücke einen hohen Rang auf den Konzertbühnen genießen. Formal hieß es für Mozart vor allem, das barocke „Concerto“ mit einem neuen Konzerttypus zu verbinden. „Wenn es ein Wunder in Mozarts Schaffen gibt, so ist es die Entstehung dieses Konzertes“, begeisterte sich der Mozart-Biograf Alfred Einstein für das G-Dur-Werk des damals 19-jährigen Komponisten.

Die ebenso streng-konstruktive wie erschütternd-expressive „Trauermusik in memoriam Belá Bartók“ markiert eine Wende hin zur Moderne im Schaffen von Witold Lutos?awski. „Endlich kann ich so komponieren, wie ich will“, sagte Lutos?awski nach der Uraufführung des zwischen 1954 und 1958 entstandenen Werkes.

Die Frage, warum Schuberts „Unvollendete“ unvollendet blieb, hat vermutlich ebenso viele Kommentatoren beschäftigt wie die Frage, worüber die Mona Lisa lächelt. Die nüchternen Fakten sind: Dem Steiermärkischen Musikverein, der ihn zum Ehrenmitglied ernannt hatte, wollte Schubert eine Sinfonie widmen. Er sandte seinem Freund Hüttenbrenner 1823 vorerst zwei Sätze, und arbeitete dann eilig an anderen Werken. Hüttenbrenner aber war der Meinung, eine „halbe“ Sinfonie sei dem Publikum nicht zuzumuten. – Und so verschwand die Sinfonie, in der der Liedkomponist Schubert erstmals zu einer ihm gemäßen sinfonischen Form gefunden hatte, bis 1865 in einer Schublade.

Künstler:
Der französische Musiker Ludovic Morlot ist designierter Music Director des Seattle Symphony Orchestra und wird diese Position ab September 2011 für sechs Jahre einnehmen. In der Saison 2010/2011 gibt Morlot sein Debüt nicht nur beim NDR Sinfonieorchester, sondern u.a. auch beim Pittsburgh Symphony Orchestera und beim Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam. Außerdem wird er zum ersten Mal in Sydney und Melbourne dirigieren und an das Pult des New York Philharmonic and Chicago Symphony Orchestra zurückkehren. Bemerkenswerte Auftritte hatte Ludovic Morlot in jüngerer Vergangenheit mit dem London Philharmonic Orchestra, dem Cleveland Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Morlot hat mit vielen herausragenden Solisten wie Anne-Sophie Mutter, Christian Tetzlaff, Gil Shaham, Renaud Capuçon, Lynn Harrell, Emanuel Ax und Jessye Norman zusammengearbeitet. Darüber hinaus setzt er sich engagiert für die Förderung junger Musiker ein, wie es jüngst eine Tournee mit dem Netherlands Youth Orchestra demonstrierte.  Ausgebildet als Violinist, studierte Ludovic Morlot Dirigieren an der Royal Academy of Music in London, zu dessen Mitglied er 2007 in Anerkennung seiner außerordentlichen künstlerischen Leistungen gewählt wurde. Seit 2001 steht er in enger Verbindung mit dem Boston Symphony Orchestra.

Geboren 1965 in Duisburg, begann Frank Peter Zimmermann im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenspiel und gab bereits mit 10 Jahren sein erstes Konzert mit Orchester. Nach Studien bei Valery Gradow, Saschko Gawriloff und Herman Krebbers begann 1983 sein kontinuierlicher Aufstieg zur Weltelite. Zu den Höhepunkten der Saison 2009/2010 zählten u.a. Konzerte mit den Berliner Philharmonikern und dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, jeweils unter Bernard Haitink, der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, dem New York Philharmonic Orchestra unter Alan Gilbert (mit Asien-Tournee) und der Staatskapelle Dresden unter Neeme Järvi sowie kürzlich eine Europa-Tournee mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly. In der Spielzeit 2010/2011 ist Zimmermann Artist-in-Residence beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Außerdem tritt er u. a. mit dem London Philharmonic Orchestra unter Jukka-Pekka Saraste auf. Beim NDR Sinfonieorchester war Zimmermann bereits wiederholt zu Gast. Im Jahre 2008 begleitete er das Orchester unter anderem auf einer Konzertreise nach China und Taiwan. Neben seinen zahlreichen Orchesterengagements ist Zimmermann regelmäßig in Kammermusikkonzerten auf den großen Podien der Welt zu hören. Frank Peter Zimmermann spielt eine Stradivari aus dem Jahr 1711, die einst dem großen Geiger Fritz Kreisler gehörte. Das Instrument wird ihm freundlicherweise von der WestLB AG zur Verfügung gestellt.

Karten sind täglich in der Tourist-Information Wismar unter Telefon 03841 – 19433 oder auf www.wismar.de zu Preisen von 33,00 Euro, 27,00 Euro und 18,00 Euro erhältlich.


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