Hohe Nachfrage im Gastgewerbe

Die maritime Wirtschaft in M-V boomt 2018 ebenfalls – zumindest noch… Foto: M.M.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren in Mecklenburg-Vorpommern im Monat Juli 2018 insgesamt 60.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 4.500 weniger als im Vorjahresmonat (-7,0 Prozent). Das entspricht aktuell einer Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent (-0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahresmonat).

„Der Arbeitsmarkt profitiert bei uns von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung. In vielen Bereichen werden Arbeitskräfte gesucht. Vor allem im Gastgewerbe, im Bereich der Gesundheitswirtschaft sowie im verarbeitenden Gewerbe ist die Nachfrage hoch. Der wachsende Fachkräftebedarf darf allerdings nicht zur Bremse für das wirtschaftliche Vorankommen werden. Volle Auftragsbücher nützen nichts, wenn am Ende die Beschäftigten zum Umsetzen fehlen. Das ist ein Kernproblem, welches wir gemeinsam angehen müssen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag. Seit Jahresbeginn wurden der Bundesagentur für Arbeit 32.800 Angebote für sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet.

Hohe Nachfrage im Gastgewerbe

Es muss darum gehen, ganzjährige Beschäftigung im Gastgewerbe möglichst mit ganzjähriger Auslastung zu verbinden. „Jetzt sind Sommerferien in allen Bundesländern. Wir haben eine wachsende Nachfrage des vorhandenen infrastrukturellen Angebotes in unserem Land. Hotels, Pensionen und touristische Freizeiteinrichtungen sind stark nachgefragt. Personal wird vielerorts gesucht“, so Glawe weiter. „Viele Unternehmen selbst im Land arbeiten daran, durch attraktive Angebote die Auslastung ihrer touristischen Einrichtungen auch in der Nebensaison auszubauen.“

Das Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen bei Investitionen in saisonverlängernde Maßnahmen, wie zum Beispiel bei Investitionen in Wellnessbereiche oder Tagungsangebote. „Entscheidend ist, dass die Gäste auch abseits der saisonal starken Sommermonate unser Land besuchen. Hierfür setzen wir Anreize. Kommen mehr Gäste auch im Frühjahr, Herbst und Winter, um in Wellnessbereichen zu entspannen oder Tagungen durchzuführen, wird mehr Personal über einen längeren Zeitraum benötigt. Investitionen in ganzjährige Angebote sichern auch Beschäftigung in touristischen Unternehmen“, so Glawe weiter.

Über 30.000 sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze liegt im Mai 2018 – aktuellster Wert – bei 573.500. „In den vergangenen fünf Jahren sind über 30.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs hinzugekommen. Wir unterstützen Neuansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen sowie die Erschließung von Gewerbegebieten. Wir brauchen noch mehr Jobs im verarbeitenden Gewerbe. Die Gesundheitswirtschaft und Forschung und Entwicklung müssen wir weiter ausbauen“, betonte Glawe weiter. Gegenüber dem Vorjahresmonat Mai sind mehr sozialversicherungspflichtige Jobs beispielsweise im Handel (+1.000), im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.100), in der Metall- und Elektroindustrie (+1.200) entstanden.

Ausbildungsmarkt – Perspektiven mit Durchstarten in MV nutzen

Bei der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit für Mecklenburg-Vorpommern noch rund 4.500 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet, hingegen gibt es rund 2.700 unversorgte Jugendliche. Vor allem Ausbildungsstellen zum Koch/zur Köchin (285 freie Plätze), Restaurantfachmann/-frau (247), Hotelfachmann/-frau (213) und Kaufmann/-frau im Einzelhandel 257 sowie Verkäufer/-in (245) gilt es zu besetzen. Gesucht werden auch Handelsfachwirte (128), Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik (112) und Anlagenmechaniker im Sanitär-Heizungs- und Klimabereich (110).

„Wir haben eine große Bandbreite an Ausbildungsmöglichkeiten mit aussichtsreichen Karriereperspektiven für junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, dem kann geholfen werden. Viele Unternehmen im Land bieten auch kurzfristig noch Stellen an“, sagte Glawe.

Der Minister verwies auf die Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ („durchstarten-in-mv.de“), in der das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den drei Industrie- und Handelskammern des Landes über attraktive Ausbildungsplatzmöglichkeiten informiert.

„In unserem Azubi-Atlas stehen über 1.300 Firmen mit knapp 3.000 Ausbildungsangeboten in über 300 Berufen parat. Möglich ist es zum Beispiel auch, gezielt im Umkreis Eures Heimatortes nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Hier sind unterschiedliche Entfernungen von 0 bis 250 Kilometer von Eurem Wohnort wählbar. Auf durchstarten-in-mv.de gibt es auch ein paar gute Tipps von der Erstellung Deiner Bewerbungsmappe bis hin zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Darüber hinaus kannst Du dir auch einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungsarten verschaffen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

Pressemitteilung / Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V


Anmerkung: Was nützen Statistiken zum Arbeitsmarkt, wenn ganze Menschengruppen, wie SGB II-Empfänger, berufliche Rehabilitanden, unfreiwillige Vorruheständler oder geringfügig Beschäftigte, „heraus gerechnet“ werden bzw. unberücksichtigt bleiben? Was nützen zudem Statistiken, die zwar sozialversicherungspflichtige Jobs lobhudeln, aber dabei vergessen zu erwähnen, dass zu diesen auch prekäre Arbeitsverhältnisse gehören? Und nicht zuletzt: Ja, gute Bildung, ausgezeichnete Qualifikationen sollten eigentlich der Schlüssel für eine dauerhafte Perspektive am Arbeitsmarkt sein. Nur: Warum sind noch immer viele hoch Qualifizierte, insbesondere hoch qualifizierte Freidenker, ohne Job-Chance, während gering Qualifizierte in höchste Ämter aufsteigen dürfen? Sind die Farben der „richtigen Parteibücher“ etwa wichtiger als das richtige Wissen? / M.Michels