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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Anwerbung und Ausbildung von Erzieherinnen

Zu den Ergebnissen einer Bertelsmann-Studie zur beruflichen Qualifikation des Kita-Personals, erklären der FDP-Landesgeneralsekretär Hagen Reinhold und der ehemalige Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern, Harry Klink:

Anstatt sich mit dem völlig unzureichenden KiföG auf dem richtigen Weg zu sehen, muss Sozialministerin Schwesig endlich die Realität ihrer schlechten Politik zur Kenntnis nehmen. Wir fordern von Sozialministerin Schwesig größeren Einsatz für die Anwerbung und Ausbildung von Erzieherinnen. Es ist richtig, dass Erzieherinnen und Erzieher tagtäglich um eine gute frühkindlichen Erziehung und Förderung unserer Kinder bemüht sind. Trotzdem legt die Landesregierung ihnen immer wieder Steine in den Weg.

Die im KiföG angedachte Absenkung des Betreuungsschlüssels in den Kitas wurde von der der SPD als Riesenerfolg verbucht, bleibt aber der mit Abstand höchste in Deutschland. Per Gesetz wurde die Arbeit des pädagogischen Personals enorm verdichtet. Vor- und Nachbereitungszeiten für Krippen- und Horterzieherinnen werden verweigert. Tagesmütter in M-V werden gegenüber Einrichtungen latent benachteiligt.  Zudem geht der Einsatz von Assistenzkräften (Hilfskräften) in Kitas einzig und allein zu Lasten der Gemeinden. Mit dieser Politik ist dringend benötigter qualifizierter Nachwuchs in diesem sensiblen Bereich der frühkindlichen Erziehung und Förderung nicht zu gewinnen, geschweige denn eine hohe Qualität zu erreichen.

Aus den Statistischen Berichten des Statistischen Amtes M-V zur Kinder- und Jugendhilfe 2009 geht eine deutliche Überalterung  der 9.131 Tätigen in  der öffentlichen geförderten Kindertagespflege hervor. Über 60% sind bereits über 40 Jahre (1.516 über 55; 1.697 über 50, 1.550 über 45). Der demografische Wandel macht natürlich auch hiervor keinen Halt. Deshalb ist es Zeit endlich aktiver zu handeln.

Auf Seite 1 in der Begründung der Landesregierung zum KiföG wird auf den „hohen Altersdurchschnitt der Fachkräfte“ verwiesen. Zudem haben erst 142 Erzieherinnen und Erzieher (1,6%) ein Diplom. Das Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation der Universität Rostock kommt in einem Positionspapier zum KiföG vom November 2009 zum Schluss, dass unser Land einen hohen Anteil  förderungsbedürftiger Kinder hat, aber die fachliche Ausbildung der Erzieherinnen dazu noch unzureichend ist.
Anstatt die Qualifikationen der Erzieherinnen und Erzieher zu fördern und weiterzuentwickeln, werden sie zum Nachteil ihrer Arbeit und damit für alle Beteiligten administrativ überfordert, wie der Neubrandenburger Professor Klusemann in seiner Zuarbeit zum KiföG feststellt. Es muss Schluss damit sein, dass immer neue Dokumentationspflichten die Erziehung und Förderung unserer Kinder einschränken, Weiterbildungsressourcen des Personals verbrauchen.


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