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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Anne Drescher neue Landesbeauftragte

Minister Brodkorb hat neue Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen ernannt

In Schwerin hat der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Mathias Brodkorb, die Historikerin Anne Drescher zur neuen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Mecklenburg-Vorpommern ernannt. Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Die 51-Jährige wurde im Juni 2013 vom Landtag gewählt.

„Anne Drescher hat sich um die Aufarbeitung der DDR-Geschichte verdient gemacht. Bei Opferverbänden und betroffenen Gruppen ist sie besonders anerkannt“, lobte Minister Brodkorb. „Ich freue mich, dass sich Anne Drescher bereiterklärt hat, die Aufgabe der Landesbeauftragten zu übernehmen. Mehr als 20 Jahre nach Mauerfall und Grenzöffnung ist das Interesse an der Aufarbeitung der DDR-Geschichte weiterhin groß.“

Anne Drescher freut sich auf ihre Tätigkeit als Landesbeauftragte: „Ich erlebe es auch heute immer wieder in den Gesprächen, dass erlebtes Unrecht bei den Betroffenen noch sehr präsent ist. Daher ist es mir sehr wichtig, dass wir auch in Zukunft als Anlaufstelle für Betroffene von politischem Unrecht zur Verfügung stehen. Weiterhin müssen wir die Gedenkorte in diesem Land sichern und erhalten, die an das Unrecht in der Zeit der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR erinnern. Und wir werden uns in die Diskussion der kommenden Jahre um die dauerhafte Unterbringung der Stasi-Akten einbringen.“

Minister Brodkorb dankte außerdem der bisherigen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marita Pagels-Heineking, für die geleistete Arbeit und wünschte ihr für die berufliche Zukunft viel Erfolg.

Die neue Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, wurde in Lübz geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, arbeitete im Bezirkskrankenhaus Schwerin und ist seit 1994 als Mitarbeiterin beim Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern tätig. Von 2007 bis 2013 war sie stellvertretende Landesbeauftragte.

Berufsbegleitend absolvierte Anne Drescher Ausbildungen in den Bereichen seelsorgerliche Beratung, Gesprächstherapie und Psychotherapie nach Extremtraumatisierung. Sie begann ein Studium der Geschichte und Philosophie an der Fernuniversität Hagen und schloss dieses im Jahr 2012 ab.

Anne Drescher gehörte 1984 zu den Mitbegründerinnen der Gruppe „Frauen für den Frieden“ Schwerin und war von 1986 bis 1988 Mitglied der Arbeitsgruppe „Frieden“ (AGF) der ev. luth. Landeskirche Mecklenburg. Außerdem forschte und publizierte Anne Drescher zu den Themen DDR-Geschichte und Taten der Staatssicherheit und arbeitete an verschiedenen Ausstellungen mit.

Pressemitteilung / Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V

 


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