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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Alpines Gold bei Paralympics

Martin Braxenthaler siegte im Slalom

Die erste alpine Entscheidung der Paralympics in Vancouver und schon die erste Goldmedaille für die deutsche Mannschaft! Martin Braxenthaler erkämpfte sich auf der schwierigen und mit Schlägen versehenen Piste „Franz’s Run“ im Wettkampfort Whistler Creekside die Goldmedaille im Slalom der sitzenden Klasse.

Nach dem zweiten Zwischenrang nach dem ersten Durchgang schockte er regelrecht mit einem hervorragenden zweiten Lauf die Konkurrenz und setzte sich mit 4,66 Sekunden vor dem bis dahin führenden Kanadier Josh Dueck in Führung. Als dann der Führende der ersten Laufes, Jürgen Egle aus Österreich, an einer Vertikale einfädelte, konnte sich Martin Braxenthaler über seine insgesamt neunte Goldmedaille bei paralympischen Spielen freuen.

Nach einem sicheren ersten Lauf, konnte Braxenthaler im zweiten Durchgang seine ganze Klasse und Erfahrung demonstrieren und ließ sich weder durch der Rückstand auf den bis Deutsche Paralympionikinnen mit Gold-Ambitionen: Andrea Rothfuss, Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder.dato führenden Österreicher, noch durch die tiefen Löcher in der Rennpiste und das einsetzende Schneetreiben aus der Ruhe bringen und zündete „eine gewaltige Rakete“, so er selbst zu seinem Siegeslauf.

Die erst 17-jährige Anna Schaffelhuber verpasste bei ihrer Paralympics-Premiere indes nur knapp die Medaillenränge und musste sich mit dem undankbaren vierten Platz in der sitzenden Klasse zufrieden geben. Das Podest belegten Claudia Loesch (Österreich) mit Gold, Stephani Victor (USA) mit Silber und Kuniko Obinata (Japan) mit Bronze.

Das deutsche Team schickte neben Martin Braxenthaler noch zwei weitere Monoski-Piloten ins Rennen: Thomas Nolte verbesserte sich durch einen guten zweiten Lauf von Zwischenrang 22 auf Platz zwölf. Franz Hanfstingl schied im zweiten Lauf leider aus.

Marketa Marzoli

Nachgefragt …

Frage: Herr Braxenthaler, Sie sind einer der besten Monoskifahrer der Welt. Wie gelangten zum alpinen Skisport ? Hatten Sie stets leistungssportliche Ambitionen ?

Martin Braxenthaler: Bereits seit meiner Kindheit hatte ich mich in verschiedenen Sportarten ausprobiert und war vor meinem folgenreichen Unfall ein guter alpiner Freizeitsportler. Im Jahre 1994 erlitt ich dann – ich war 22 Jahre – einen schweren Betriebsunfall, bei dem ich durch einen Wirbelbruch querschnittsgelähmt wurde. Ich wollte jedoch trotz dieses Handicaps weiter Sport treiben, nahm die neue Herausforderung an. Durch Zufall hörte ich, dass es auch für Querschnittsgelähmte Möglichkeiten gibt, Ski zu fahren.

Und so entschloss ich, es zu versuchen: So belegte ich bereits 1995 meinen ersten Monoski-Kurs und es lief dabei für mich hervorragend. Zunächst stand für mich aber nicht der leistungssportliche Gedanke im Vordergrund, sondern der vor allem nur der Spass am Skifahren mit Kumpeln und Bekannten. Doch wie es so oft im Sport ist: Der Breitensport reichte mir nicht mehr, das Training wurde intensiver und 1996/97 nahm ich an ersten Wettkampfrennen teil. Im Jahre 1997 wurde endgültig aus dem Breitensportler Martin Braxenthaler der Leistungssportler.

Schon 1996 wurde ich in den Landeskader Bayerns aufgenommen und bereits zwei Jahre später 1998, nahm man mich in das deutsche Nationalteam auf. So konnte ich an den Winter-Paralympics im japanischen Nagano teilnehmen, bei denen ich die Bronzemedaille im Super-G gewann.

Marko Michels

Foto: Deutscher Behindertensportverband, mit freundl. Genehmigung


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