Norddeutschland muss Stärken als Standortvorteile ausbauen

Teilnehmer am 18.Hanse Sail Business Forum / Foto: Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern

Mehr als 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Bildung kamen heute zum nunmehr 18. Hanse Sail Business Forum zum Thema „HANSE 4.0 – TREND(S) FÜR DIE WIRTSCHAFT IM OSTSEERAUM“, das von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, der Handwerkskammer Ostmecklenburg – Vorpommern und dem Unternehmerverband Rostock – Mittleres Mecklenburg traditionell zum Auftakt der Hanse Sail in Rostock organisiert wird.

Präsident Axel Hochschild von der Handwerkskammer begrüßte im Namen der Wirtschaftspartner mit den Gästen Minister Christian Pegel, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, Oberbürgermeister Roland Methling und den Honorarkonsul des Königreiches Schweden Axel Erdmann.

„Es ist wichtig, bei Wirtschaft 4.0 nicht nur einzelne Produkte digital zu optimieren, sondern verstärkt aus Sicht der Kunden Leistungen horizontal und individuell zu konfigurieren. Eine nationale digitale Gesamtstrategie beginnt bereits bei der Kompetenzvermittlung in technisch gut ausgestatteten Schulen. Andere Ostseeanrainerstaaten wie Estland oder Schweden machen es uns vor“, so Präsident Hochschild.

Nach den Worten von Honorarkonsul Erdmann läuft beispielsweise im Bereich E-Government in Schweden die Kommunikation mit den Behörden ausschließlich elektronisch ab.Dazu, so die Teilnehmer des Forums, sei ein flächendeckendes hochleistungsfähiges Breitbandnetz Grundvoraussetzung.

„Der Breitbandausbau unseres Landes nimmt spürbar an Fahrt auf“, sagte Digitalisierungsminister Christian Pegel. „Von den 93 Projektgebieten in M-V, die vom Breitbandförderprogramm des Bundes profitieren, haben bzw. werden bis Ende August 31 die endgültigen Zuwendungsbescheide erhalten und Telekommunikationsunternehmen mit der Umsetzung des Ausbaus beauftragt bzw. werden dies tun. Ich gehe davon aus, dass auch die Mehrzahl der übrigen Projektgebiete noch in diesem Jahr die Realisierung des Ausbaus angeht. Bis 2020 sollte der größte Teil dieses Programms umgesetzt sein.“

Ein Fazit des Forums: Norddeutschland muss seine Stärken wie die Sicherheit in der Energieversorgung, die hohe Qualität der natürlichen Umgebung sowie die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft noch stärker nutzen, um sich europaweit als Wirtschaftsstandort zu etablieren und das innerdeutsche Süd-West-Gefälle langfristig auszugleichen.

Es gilt dabei u.a., das Spannungsfeld zwischen urbanen Metropolen und ländlichen Regionen als Chance innovativ zu nutzen, die Digitalisierung auszubauen und den Zugang zu Clustern zu intensivieren.

Nordeuropäische Nachbarn wie die Öresund-Region, die für innovative Netzwerke und eine hohe Lebensqualität steht, sind dafür Best-Practice-Beispiele. Schon jetzt sind der technische Fortschritt und Entwicklungen zum nachhaltigen Wirtschaften im Norden Deutschlands zukunftsorientierte Ansätze, die es zu intensivieren gilt.

Für Mecklenburg – Vorpommern bedeutet dies, die Infrastruktur und Digitalisierung spürbar voranzubringen, die Bildungsoffensive für die Aus- und Weiterbildung potenzieller Fachkräfte sowie den Wissenstransfer gemeinsam fortzusetzen und erfolgreiche Cluster wie im Ernährungs- und Gesundheitsbereich zu verstetigen.

Von der Mobilität bis zur Telemedizin oder digitalen Marketingstrategien müssen in Norddeutschland länderübergreifende Synergien geschaffen werden.

Pressemitteilung Unternehmerverband M-V / IHK zu Rostock / Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern