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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Abschluss eines fulminanten Festspielsommers

Die Festspiele MV beenden den Sommer mit einem hochkarätig besetzten Konzert in der Konzertkirche Neubrandenburg

Das Abschlusskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Freitag, den 15. September um 19:30 Uhr in der Konzertkirche Neubrandenburg gestaltet das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Leitung von Krzysztof Urba?ski mit der Pianistin Anna Vinnitskaya. Auf dem Programm stehen das Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll von Sergej Prokofjew und die Sinfonie Nr. 5 d-Moll von Dmitri Schostakowitsch.

Für das Konzert gibt es noch wenige Karten an der Abendkasse, die um 18:30 Uhr öffnet, telefonisch unter 0385 5918585, unter www.festspiele-mv.de oder an den bekannten Vorverkaufsstellen. Das Abschlusskonzert des Festspielsommers findet mit freundlicher Unterstützung unseres Partners, der Sparkassen Finanzgruppe Mecklenburg-Vorpommern, unserer Hauptsponsoren BMW Group, AIDA Cruises, Radeberger Exportbierbrauerei und der arcona HOTELS & RESORTS sowie der Neubrandenburger Stadtwerke GmbH, der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH, der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin und der REMONDIS Seenplatte GmbH statt. Das Konzert wird außerdem live auf NDR Kultur übertragen.

Das Programm ist eindeutig russisch geprägt. Den Anfang macht dabei Prokofjews Konzert Nr. 2 in g-Moll für Klavier und Orchester. Während das Werk im Rahmen der Erstaufführung, bei der der Komponist selbst am Klavier saß, beim Publikum noch gemischte Gefühle bis hin zu eindeutiger Ablehnung auslöste, gehört es heute zweifelsohne zu den wegweisenden Arbeiten Prokofjews. Der hohe Grad an Virtuosität, den der Komponist dem Pianisten abverlangt, macht das Konzert zu einem Klassiker seiner Gattung.

Wenn es bei einem Werk um Leben und Tod geht, ist häufig vom Inhalt die Rede. Im Falle von Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 d-Moll traf dies allerdings ganz real und auf den Komponisten selbst zu. Nachdem mehrere seiner vorangegangenen Kompositionen bei der politischen Führung in Ungnade gefallen waren und immer mehr Freunde und Familienangehörige verhaftet, deportiert oder ermordet wurden, musste das Werk ein Erfolg im Sinne der Machthaber werden.

Tatsächlich wurde die Sinfonie im Vorfeld der Uraufführung am 21. November 1937 geprüft und freigegeben. Das Werk mag zwar nicht so „formalistisch“ sein wie seine Vorgänger. Als Lobgesang auf die politische Führung kann es allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung verstanden werden. Wer genau hinhört, für den ertönen Schostakowitschs Hadern mit den Verhältnissen und der Zwang, der hinter der Komposition steckt.

Das NDR Elbphilharmonie Orchester hat nach über 70 Jahren Orchestergeschichte seine musikalische Heimstatt in der Elbphilharmonie gefunden. Als Residenzorchester des neuen Konzerthauses prägt es mit seinen Programmen maßgeblich dessen künstlerisches Profil. Gegründet wurde das Ensemble 1945 als Orchester des NWDR, von 1956 bis 2016 konzertierte es unter dem Namen NDR Sinfonieorchester.

Nach Chefdirigenten wie Hans Schmidt-Isserstedt, Günter Wand, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnányi verantwortet seit 2011 Thomas Hengelbrock die Fortschreibung der Geschichte des Orchesters. Als Erster Gastdirigent steht ihm seit 2015 Krzysztof Urba?ski zur Seite. Das NDR Elbphilharmonie Orchester unterhält eigene Konzertreihen in Hamburg, Lübeck und Kiel und spielt eine tragende Rolle bei den großen Festivals in Norddeutschland. Seinen internationalen Rang unterstreicht es auf Tourneen durch Europa, nach Nord- und Südamerika sowie nach Asien. Darüber hinaus engagiert sich das Orchester im Education-Bereich und der Nachwuchsförderung.

Rotziges Tastenviech, kecker Kuckuck, samtpfötige Löwenkönigin von diamantener Kraft – die sagenhafte Klaviermenagerie, die der Kritikerchor so vielstimmig besingt, beherbergt nur ein einziges pianistisches Fabelwesen: Anna Vinnitskaya. Publikum und Kritik schätzen gleichermaßen, dass Vinnitskaya nicht nur spektakuläre Feuerwerke zünden kann, sondern auch große Gemälde zu malen versteht: Ihre technische Brillanz ist nie virtuoser Selbstzweck, sondern verbindet sich mit einem natürlichen, dabei farbenreichen Klang und mit der Fähigkeit zur Gestaltung langer, durchdachter Bögen.

Vinnitskayas Repertoire reicht von Bach bis Gubaidulina. Ihre besondere Liebe gilt den großen Russen wie Rachmaninow, Prokofjew, Schostakowitsch und dem schillernden Klavierwerk von Ravel, Debussy, Chopin. In jüngerer Zeit erregten ihr Brahms und Bartók Aufsehen.  Der 1. Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel 2007 war für Anna Vinnitskaya der Auftakt zu einer internationalen Karriere.

Zu den Dirigenten, mit denen sie bisher zusammengearbeitet hat, gehören sowohl Pultstars der jüngeren Generation wie Andris Nelsons, Kirill Petrenko, Krzysztof Urba?ski als auch Altmeister wie Charles Dutoit, Vladimir Fedoseyev und Marek Janowski. In der Saison 2016/17 war Anna Vinnitskaya „Solistin der Saison“ beim WDR Sinfonieorchester Köln und führte mit Chefdirigent Jukka-Pekka Saraste die Klavierkonzerte von Béla Bartók auf. CD-Einspielungen von Anna Vinnitskaya wurden mit zahlreichen Preisen wie dem Diapason d’Or, der Gramophone Editor’s Choice und dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Auf ihrer neuen CD präsentiert sie gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Krzysztof Urba?ski das Zweite Klavierkonzert und die Paganini-Rhapsodie von Rachmaninow.

Gebürtig aus dem russischen Novorossijsk, lebt Vinnitskaya, nach Studien bei Sergei Ossipienko in Rostow, seit 2002 in Hamburg, zunächst als Meisterschülerin bei Evgeni Koroliov, heute als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater.

„Dass er mehr als ein einfaches schillerndes Wunderkind am Taktstock ist, zeigte sich bei dem frisch gestärkten Spiel, dass er sich bei dem Chicago Symphony Orchestra aneignete… sein kühner musikalischer Instinkt und seine kraftvolle Art, seine Ideen in orchestrale Klänge zu verwandeln, die sowohl Form als auch Bedeutung haben.“

So beschrieb die Chicago Tribune Krzysztof Urbanski, der im September 2016 in die sechste Saison seines hochgelobten Engagements als musikalischer Direktor des Indianapolis Symphony Orchestras startete.  In seiner letzten Saison als Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Trondheim Symfoniorkester leitete Urba?ski das Ensemble in Aufführungen von Strawinskis Le sacre du printemps, Bartoks Konzert für Orchester, Brahms Requiem und beschloss seine erfolgreiche Amtszeit mit Mahlers 1. Sinfonie. Vorangegangene Höhepunkte umfassen zwei Tourneen (erstere mit Konterten in Deutschland, Österreich und Polen, die zweite im Rahmen des International Chopin Music Festivals) und eine Inszenierung der Carmen, Urba?skis ersten Vorstoß in die Welt der Oper.

Im September 2015 wurde Urba?ski offiziell erster Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters und in der aktuellen Saison war er mit dem Ensemble auf Tournee in Japan, begleitet von den Solisten Alice Sara Ott und Sayaka Shoji. Abgesehen von seinen Auftritten in Hamburg sind in der Saison auch drei Aufnahmen gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester veröffentlicht worden:  Dvo?áks 9. Sinfonie und Zarathustra (erschienen auf Alpha) sowie Chopins kleine Stücke für Piano und Orchester mit Jani Lisiecki für die Deutsche Grammophon. Darüber hinaus wurde Martin?s Cello-Konzert Nr. 1, aufgenommen für Sony mit den Berliner Sinfonikern und Sol Gabetta veröffentlicht.

Weiter umfasst seine Diskographie „durch und durch exzellente Aufnahmen“ (Gramophone) von Lutos?awskis Werken mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester für Alpha Classics. Die Saison 2016/17 umfasste für Krzysztof Urba?ski sein Debut mit dem Radio Philharmonie Orchester der Niederlande sowie Wiedereinladungen zu den Rotterdamer Philharmonikern, dem Tonkünstlerorchester, den Münchener Philharmonikern sowie den Wiener Philharmonikern für deren jährliches Neujahrskonzert mit Beethovens 9. Sinfonie. Vergangene Debuts hatte der Dirigent mit den Berliner Philharmonikern, der London Symphony und dem Osloer Sinfonieorchester.

Nach Nordamerika kehrte Urba?ski in der Saison 2016/17 zurück, um mit dem Toronto Symphony Orchestra, der Los Angeles Philharmonic und dem National Symphony Orchestra in Washington DC zu spielen. Seine vorangegangenen Debuts umfassen die New York Philharmonic, das Chicago und das San Francisco Symphony Orchestra. Im Juni 2015 nahm Urba?ski den renommierten Leonard Bernstein Award entgegen, als er die Schleswig-Holstein Akademie während des Schleswig-Holstein Festivals dirigierte. Er ist der erste Dirigent, der mit dem Preis ausgezeichnet worden ist.

Bereits wenige Jahre nach der Stadtgründung begannen die Neubrandenburger mit dem Bau der St. Marienkirche, der heutigen Konzertkirche, die 1271 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Vollendet wurde der mittelalterliche Bau zu Beginn des 14. Jahrhunderts. 1353 gab es in der Kirche bereits 16 Nebenaltäre. Der gotische Stil ist besonders anschaulich am kunstvollen Ostgiebel nachzuvollziehen. Sein filigranes Maßwerk macht die dreischiffige Hallenkirche mit dem 88 Meter hohen Turm an der Westseite zu einem der bedeutendsten Baudenkmäler in Norddeutschland. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt.

Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern und Teile des Turmes aus. Im Jahre 1975 ging das Eigentum am Bauwerk auf die Stadt Neubrandenburg über. Seit dieser Zeit wurde mit großem Engagement eine Wiederherstellung und Neunutzung des Gebäudes verfolgt. Dem Innenausbau der Kirche zum Konzertsaal ging ein 1996 europaweit ausgeschriebener Wettbewerb voraus. Gewinner unter den ursprünglich 66 Bewerbern war der finnische Architekt Pekka Salminen. Im bewussten Gegensatz zum jahrhundertealten Backstein sind alle neuen Bestandteile in Beton gehalten, lediglich für die Geländer der Treppen und Absätze wurde Stahl benutzt.

Die gesamte Form ist schlicht und funktional. Der Konzertsaal ist vollkommen separat von den historischen Kirchenmauern konzipiert und als moderne, zeitgemäße Konstruktion in den Raum hineingestellt worden, ohne von den alten Strukturen Besitz zu ergreifen. Das durch Glas abgetrennte Foyer am Eingang des Saalkomplexes unterstützt das Erleben der historischen Bausubstanz. 2001 wurde die Konzertkirche ihrer neuen Bestimmung übergeben. 2017 feiern wir nun auch die Fertigstellung und Übergabe der neuen Konzertorgel, gebaut von den Orgelbaufirmen Schuke aus Berlin und Klais aus Bonn.

Karten für die Konzerte, das Programm der Festspiele MV sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 5918585 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte.

Dr. Ina Voigt, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH

 


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