Mitsingen, mittanzen, mitmachen und miterleben

Sankt Jacobi Kirche in Greifswald. M.M.

Wenn Balkone singen, Orchester auf Schiffen über den Ryck fahren und an Galerien Schaufenster bemalt werden, kann das nur eins bedeuten: In Greifswald ist wieder Kulturnacht. Und die gibt sich in ihrem 16. Jahr besonders poetisch, musikalisch und mitunter spektakulär.

„Wir sind immer wieder überrascht, wie viele Angebote es in Greifswald gibt und wie viele Akteure sich an der Kulturnacht beteiligen wollen“, zeigt sich Anett  Hauswald, Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur und Sport, begeistert. „An rund 57 Orten in der Stadt kann man am 7. September Kunst und Kultur in allen Facetten erleben und genießen.“

Um 18 Uhr ist offizieller Auftakt mit den Singenden Balkonen am Quartiersbüro in der Makarenkostraße in Schönwalde II. Der musikalische Spaziergang führt in diesem Jahr schon zum fünften Mal auf einer geheimen Route durch das Viertel. Zum Teil unbekannte Talente präsentieren auf privaten Bühnen insgesamt sieben Kurzkonzerte.

An manchen Orten, wie in der Stadtbibliothek, bei radio 98eins oder in den Kunstwerkstätten beginnt das Programm vor allem für jüngere Gäste schon früher. Die Christengemeinschaft in der Niels-Bohr-Straße 22 lädt bereits ab 15 Uhr zum Märchentag und Puppenspiel ein. Der Tierpark erwartet Groß und Klein ab 17 Uhr zu einer Papageien- und Mitmachshow. An der Hornfischbar im Museumshafen liest die Greifswalder Fantasy-Autorin Farina de Waard zur gleichen Zeit aus ihrer Reihe „Das Vermächtnis der Wölfe“. In St. Marien werden die Ergebnisse des Künstlerwettbewerbs für die Neugestaltung des alten Portals und eines Fensters in der Annenkapelle präsentiert. In der Grimmer Straße 11 gibt es ebenfalls ab 17 Uhr Wissenswertes über Giftmörder in Flora und Fauna zu erfahren.

Viele Veranstaltungsorte haben sich über die letzten Jahre schon etabliert und sind aus der Kulturnacht nicht mehr wegzudenken, wie das Sozio-kulturelle Zentrum St. Spiritus, die Buchhandlungen, die Galerien, die Kirchen, die Sternwarte, das Jahn-Gymnasium oder das Koeppenhaus.

Neben der Neuauflage von Altbewährtem erfindet sich die Kulturnacht auch immer wieder neu. Wer zum Beispiel wissen möchte, ob Yoga-Übungen die Kunsterfahrung fördern, kann dies im Caspar-David-Friedrich-Zentrum in der Jan Kromke Ausstellung ausprobieren. Hierfür sollte man sich allerdings bis zum 4. September anmelden, da die Anzahl der Teilnehmer begrenzt ist.

Oder wissen Sie, wie es klingt, wenn Luftballons Musik machen? Nein? Dann sollten sie sich die Installation von Huey Walker im Kunstkubus nicht entgehen lassen. Der GrIStuF-Verein belebt eine alte Tradition wieder und lädt in der Mensa am Schießwall zum Wohnzimmerkonzert ein. Bei handgemachter Musik von Marc und Annabelle kann man es sich auf der Couch gemütlich machen. Für alle, die ungezwungenen Gesang mögen, lohnt sich ein Ausflug zur singenden Moschee, die in diesem Jahr erstmalig bei der Kulturnacht dabei ist. Auch der Klamottchen-Laden in der Fleischerstraße nimmt sein 10-jähriges Jubiläum zum Anlass, um sich erstmals an der Kulturnacht zu beteiligen.

Erkunden Sie Greifswald bei unterschiedlichen Spaziergängen: Im Botanischen Garten können Sie die Gewächshäuser im Abendlicht erleben. Gruselgeschichten werden erzählt, wenn die Kustodie zum Rundgang über den historischen Campus und den Karzer der Universität einlädt. Bei einer schaurig-schönen Führung am Museumshafen kann man Jagd auf den Klabautermann machen oder die Altstadt im Laternenlicht erkunden.

Erstmals gibt es bei einer Tour unter dem Titel „Kunst im öffentlichen Raum“ Einblicke in die Geschichte von öffentlichen Kunstwerken in Greifswald. Auch das 200jährige Jubiläum des Alten Friedhofs spielt eine besondere Rolle. Im Stadtarchiv gibt es einen Vortrag zur Geschichte der denkmalgeschützten Anlage. Auf dem Alten Friedhof selbst werden mehrere Führungen angeboten.

Und was wäre eine Kulturnacht ohne ausgelassenen Schwof? Für das nimmermüde Tanzbein gibt es auch wieder Gelegenheiten, eben dieses zu schwingen, etwa zur Salsa-party im Blumenladen Flower Power, im Ballhaus Goldfisch, im Schrank vor dem Pommerschen Landesmuseum – dem kleinsten mobilen Klub Deutschlands oder zur Abschlussparty im Kontorkeller.

Für die meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei, die kostenpflichtigen sind im Programmheft ausgewiesen.

Das komplette Programm mit Ergänzungen und Änderungen werden unter „greifswald.de/kulturnacht“ bekannt gegeben. Ein Programmheft liegt in allen öffentlichen Einrichtungen aus.

Die Kulturnacht wird koordiniert vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Für die Organisation, Form und Inhalte der Beiträge sind die Mitveranstalter selbst verantwortlich.

Pressemitteilung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald