Ein ungewöhnliches Erlebnis für Auge und Ohr präsentiert der renommierte Klangkünstler Ulrich Eller zu Beginn des Usedomer Musikfestivals, am 20. September 2007 um 17 Uhr. Eine einzig für die Insel Usedom geschaffene Klanginstallation, verwandelt die Seebrücke Ahlbeck in einen Konzertort unter freiem Himmel. Mit dem faszinierenden „Konzert für Schneckenklavier mit Seebrücke und Skulpturenorchester“ erweitert das Usedomer Musikfestival seine künstlerischen Formate und kooperiert mit der Ostseebiennale der Klangkunst.

Zusätzlich widmet sich eine Ausstellung im Kunstpavillon Heringsdorf erstmalig auch dem zeichnerischen Oeuvre Ellers und gibt somit einen Überblick über das gesamte Schaffen des Künstlers.

Der am Strand stehende präparierte Flügel sowie die zwölf Betonhalbschalen auf der Seebrücke sind mit Lautsprechern ausgestattet, aus denen Soundcollagen erklingen. Ulrich Eller mischt dafür Geräusche der Insel, wie Klänge des Windes und des Meeres, mit Ausschnitten aus der Peer Gynt Suite von Edvard Grieg. Den Zuhörer erwartet ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Ulrich Eller prägte die Entwicklung der Klangkunst in Deutschland wie kein Zweiter und erhielt 2004 die erste Professur für Klangskulptur und Klanginstallation in Deutschland an der Hochschule der bildenden Künste in Braunschweig. Er ist ständig auf der Suche nach neuen Formen des Ausdrucks. Seine Werke liegen in den Grenzregionen zwischen Schrift, Zeichnung, Skulptur und akustischer Kunst und verbinden Kunst- und Musikgeschichte.

Eller erforscht oft mit einfachsten Mitteln akustische Phänomene. Dabei greift er vorrangig vorhandenes Material, wie Geräusche und Töne des täglichen Lebens auf. Wie klingen Steine, wenn ihre Oberflächen abgetastet werden? Worin liegt der typische Klang verschiedener Papiersorten? In seinem zeichnerischen Werk verwandelt er Klänge in rhythmische Partituren. Irritationen der Wahrnehmung sind dabei kompositorische Absicht. Ellers Ziel ist es, die vorgeprägten Erwartungen des Betrachters zu durchbrechen und neue Wahrnehmungsebenen entstehen zu lassen.

22. September – 13. Oktober 2007