45 Veranstaltungen mit sehr guter Resonanz

Foto: M.M.

Mit über 11.000 Besuchern der insgesamt 45 Konzerte, Gottesdienste und anderen Veranstaltungen kann die 72. Greifswalder Bachwoche „MeMo“ (4. – 10. Juni 2018) zum Abschluss der fünfundzwanzigjährigen Dienstzeit des bisherigen Künstlerischen Leiters KMD Prof. Jochen A. Modeß wieder eine überaus erfolgreiche Bilanz ziehen. Der scheidende Bachwochenleiter ist begeistert und dankbar angesichts der großen Resonanz: „Für mich eine wunderbare Abschieds-Bachwoche mit viel Sonne und tiefblauem Himmel – nicht nur draußen!“.

Prof. Modeß hatte ein reichhaltiges Programm zusammengestellt, das neben Bach sowie, „ganz klein“, wie er selbst immer augenzwinkernd betonte, Modeß, vor allem aber Felix Mendelssohn Bartholdy als Komponist in den Mittelpunkt stellte: „Ich bin einfach ein Fan seiner Musik und liebe vor allem auch seine geistlichen Werke“, sagt Modeß von sich.

Höhepunkt wird am heutigen Sonntagabend (10.Juni 2018) die Welt-Uraufführung (!) von Mendelssohns Oratorium: „Christus: Erde, Hölle, Himmel“ sein, das der Bachwochen-Leiter aus dem Oratorien-Fragment „Erde, Hölle und Himmel“ (MWV A 26, meist „Christus“ genannt) und weiteren Kompositionen Mendelssohns zusammengestellt hat, sein.

Dazu werden ca. 700 Menschen im Dom St. Nikolai erwartet.

Auch die die anderen großen Abendkonzerte und die weiteren kartenpflichtigen Konzerte waren wieder sehr gut besucht. Bereits am ersten Abend fanden sich rund 500 Besucher bei der Caspar-David-Friedrich-Nacht im Dom St. Nikolai ein, einer Modeß-Komposition zu 24 Bildern des größten Sohns der Stadt Greifswald in vielfältiger Besetzung.

Zur Aufführung von Bachs Matthäus-Passion BWV 244 in der Fassung, in der sie Mendelssohn nach langer Vergessenheit wieder bekanntmachte, kamen 400 Besucher in den Dom, auch Bachs Messe g-Moll, die Jochen A. Modeß im „Parodieverfahren“ aus der Missa g-moll BWV 235, dem Sanctus D-Dur BWV 238 und aus anderen Vokalwerken Bachs zu einer „Missa tota“ erweitert hat, hörten 400 Menschen.

Weitere große Konzerte waren das Bach-Mozart-Mendelssohn-Oratorienkonzert, u.a. mit Bachs Himmelfahrts-Oratorium, ein Sinfonie-Konzert, u.a. mit Bachs Violinkonzert E-Dur sowie der Italienischen Sinfonie von Mendelssohn in St. Jacobi sowie ein Motetten-Konzert mit Werken Bachs und Mendelssohns.

Ebenso beliebt und intensiv nachgefragt war erneut das Kammermusik-Programm. Die traditionelle Große Kammermusik des Kammerorchesters der Komischen Oper Berlin (wie immer ausverkauft: ca. 500 Besucher) bot u.a. Bachs Doppelkonzert für Oboe, Violine und Orchester BWV 1060.

Der Bogen spannt sich weiter vom Clavichord-Konzert, dem gewohnt „leisen“ Bachwochen-Auftakt (150 Besucher in der Aula der Universität), über die insgesamt vier Konzerte der Dorfkirchen-Konzertreise (insgesamt 300 Zuhörer), über einen Liederabend mit Werken von Bach und Mendelssohn – 150 Besucher in der Aula der Universität – bis hin zu einem weiteren Jubiläumskonzert: Der Gambist Siegfried Pank, der Bachwoche seit 50 Jahren (!) als Mitwirkender verbunden, spielte am Sonntagnachmittag mit Zita Mikijanska (Cembalo) Sonaten Bachs für Viola da Gamba und Cembalo, die er schon mit Annelise Pflugbeil am Cembalo im Jahr 1968, bei seiner ersten Bachwoche, gespielt hat.

Die Orgelmusiken dieser Bachwoche standen ganz im Zeichen Mendelssohns. Sehr erfreulich waren 2018 wieder die Besucherzahlen der täglichen „Geistlichen Morgenmusiken“ und des Festgottesdienstes Zwei Kinderkonzerte zogen insgesamt wieder rund 600 kleine und große Gäste an. Sehr guten Zuspruch fanden auch die drei Vorträge, die sich allesamt mit Aspekten geistlicher Musik Mendelssohn befassten, sowie die beiden Führungen im Rahmen der Dorfkirchen-Konzertreise durch das Friedrich-Loeffler-Institut Riems.

Auch wenn es die letzte Bachwoche unter Leitung von KMD Prof. Jochen A. Modeß war, wird sein Greifswalder Abschiedskonzert erst Ende des Sommersemesters stattfinden.

Der Termin für die nächste Bachwoche steht ebenfalls: Die 73. Greifswalder Bachwoche findet vom Montag, dem 17. Juni, bis Sonntag, 23. Juni 2019 statt.

Reinhard Lampe, Pressesprecher, GREIFSWALDER BACHWOCHE